"Education is the most powerful weapon which you can use to change the world" - Nelson mandela

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BSV Münster

MEINE ARBEIT IN DER

SCHÜLER_INNENVERTRETUNG

 

Michel Dornbusch

Bildungswerk für Schülervertretung und Schülerbeteiligung e.V. und bildungspolitischer Sprecher der BezirksSchülerInnenVertretung Münster

 

Schüler_innenvertretungen (SV) sind die rechtmäßigen Vertretungen der Schüler_innen an weiterführenden Schulen. In Nordrhein-Westfalen stellen sie beispielsweise im Normalfall ein Drittel der Teilnehmenden einer Schulkonferenz und können so versuchen, bei Schulangelegenheiten mitzubestimmen. Des Weiteren kümmern sie sich um Belange der Schüler_innen an der Schule. Dies kann sehr weit reichen, von Problemen mit Lehrer_innen über Noten und die Umgestaltung von Klassenräumen oder Toiletten bis hin zu der Organisation von SV-Projekten wie zum Beispiel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Sie sind also, zusammen mit den Verbindungslehrer_innen, die Schnittstelle zwischen Schüler_innen und Lehrer_innen und der Schulleitung.

 

Schüler_innenvertretungen ermöglichen den Schüler_innen, Demokratie zu erleben, kennenzulernen und durch eigene Projekte und Aktionen zu erfahren. Um dies zu gewährleisten wird zum Beispiel die SV in Nordrhein-Westfalen am Anfang des Schuljahres basisdemokratisch aufgestellt.

 

In jeder Klasse werden Klassensprecher_innen gewählt, oft auch in jeder Stufe Stufensprecher_innen. Alle Klassensprecher_innen bilden dann zusammen die Klassensprecher_innenkonferenz, von der aus die SV gewählt wird und allgemeine Angelegenheiten besprochen und beschlossen werden, oder sie bilden, je nach Schule und Satzung einer SV, direkt die SV.

 

Stufensprecher_innen treten für die Belange einzelner Stufen ein, welche sich oft unterscheiden. Schüler_innen der fünften und sechsten Klassen sind beispielsweise eher an der Gestaltung eines neuen Spielplatzes interessiert, als es die Oberstufe ist.

 

Nun werden innerhalb der SV noch Positionen wie Schüler_innensprecher_innen, Zuständige für einzelne Projekte und Bezirksdelegierte gewählt. Bezirksdelegierte jeder Schule in einem Kreis, einer Stadt, einem Bezirk treffen sich mehrmals jährlich zu sogenannten Bezirksdelegiertenkonferenzen (BDK) und bilden dort zum Beispiel eine Bezirksschüler_innenvertretung (BSV) oder eine Stadtschüler_innenvertretung (SSV), indem sie einen Vorstand innerhalb der Konferenz bilden und wählen. Auch hier sind wieder deutlich basisdemokratische Strukturen zu erkennen. Auf diesem Wege geht es noch über die jeweilige Landesebene bis hin zur Bundesebene, um sich optimal zu vernetzen und den Schüler_innen eine Stimme zu verleihen.

 

Hier in Münster ist die BezirksSchülerInnenVertretung sehr aktiv, erst kürzlich hat sich ein neuer Vorstand konstituiert der sich vom 27. Bis zum 29. November auf einer Klausurtagung fortbilden wird.

Nach vergangenen Projekten wie dem Benefizkonzert für die Philippinen und der Podiumsdiskussion „Bildung schlägt Wellen“ (die WN/MZ berichtete) plant die BSV auch dieses Jahr wieder viel. Neben einer Reihe von Gesprächen mit Politiker_innen aus Münster mit dem Ziel, mehr Mitwirkungsmöglichkeiten in Münster zu bekommen und der Begleitung von Schüler_innenvertretungen auf ihren Fahrten strebt die BSV Münster eine Schüler_innensprecher_innen Vernetzung an, bei der jede Schule teilnehmen soll.

 

Ich bin mittlerweile 19 Jahre alt und werde bald eine Ausbildung beginnen, während der ich weiterhin versuchen werde, SV-Arbeit auf verschiedenen Ebenen zu machen. Hier liegt meiner Erfahrung nach schon der erste Stolperstein: das Zeitbudget. Die Ausbildung wird mich viel Zeit kosten, weshalb ich weniger Zeit für das Ehrenamt habe. Andererseits sind die (Bezirks-)SVen durch die fehlende, vor allem finanzielle Unterstützung mit sehr viel bürokratischer Arbeit konfrontiert, wie zum Beispiel der Organisation von Bezirksdelegiertenkonferenzen. So bleibt des Öfteren inhaltliche Arbeit auf der Strecke.

 

Der nächste Stolperstein ist die Öffentlichkeitsarbeit. Oft sind die SVen, egal auf welcher Ebene, nicht sehr bekannt. Vor allem ihre Projekte leiden darunter, da diese ohne Teilnehmende und ohne die Zielgruppe zu erreichen nicht die gewünschte Wirkung erzielen können.

 

Eine bessere Öffentlichkeit könnte zum Beispiel durch eine dahingehend verbesserte Bildungspolitik der Länder und Bezirke oder durch bessere finanzielle Unterstützung erzielt werden, denn heutzutage gilt: Ohne Geld keinen Webauftritt und ohne Webauftritt keine erreichte Öffentlichkeit.

 

Das nächste Problem sind die Rechte einer SV. In den allermeisten Bundesländern wird den SVen auf den drei Ebenen zu wenig gestattet. Unternehmungen wie zum Beispiel die Gestaltung einer eigenen Website sind deshalb schwierig durchzuführen, da keine Büroräume oder ständige Mitglieder vorhanden sind oder der SV zu wenig Teilhabe an Entscheidungsprozessen gestattet wird. Die Schule ist für die Schüler_innen da, und nicht andersherum. Deshalb sollten Schüler_innen die Gestalter_innen ihrer Schule sein, die heute nicht nur Lehrraum, sondern auch Lebensraum ist. Es ist erwiesen, dass der Mensch in einem angenehmen Umfeld besser lernen und leben kann. Des Weiteren werden durch eine bessere Möglichkeit der Partizipation die sozialen Kompetenzen der Schüler_innen gestärkt und ein Leben und Erleben von Demokratie ermöglicht. Die Erziehung zum demokratischen und mündigen Menschen ist immerhin das oberste Ziel des deutschen Bildungssystems.

 

 

Auf ins neue Jahr !

 

Am Mittwoch, 21.10.2015 fand die erste BezirksDelegiertenKonferenz der BezirksSchülerInnenVertretung Münster in der Legislatur 2015/16 statt.

 

60 SchülerInnen verschiedenster Schulen aus Münster, darunter Real-,Gesamt- und Primusschulen, Gymnasien und Berufskollege, beschlossen die neuen Arbeitsschwerpunkte der BSV in der neuen Legislatur, besuchten Workshops zur Flüchtlingssituation, Projektmanagement und der BSV-Arbeit, bearbeiteten und beschlossen eine Resolution zum besetzen Zollamt und wählten einen neuen Vorstand.

 

Der neue Vorstand besteht aus einer Bezirkssprecherin, einem Bezirkssprecher, 8 Vorstandsmitgliedern, einer Finanzreferentin und einem bildungspolitischen Sprecher. Zusätzlich wurden 3 Landesdelegierte gewählt, die die BSV Münster und ihre Positionen auf Landesebene, zum Beispiel auf LandesDelegiertenKonferenzen der LandesSchülerInnenVertretung vertreten.

 

Der neue Vorstand, in dem VertreterInnen fast aller Schulformen Münsters sind, freut sich sehr auf die kommenden Herausforderungen und Arbeiten. Fast die Hälfte aller Positionen sind durch neue Mitglieder besetzt worden. Starten wird die BSV Münster in das neue Schuljahr mit einer Klausurtagung, welche den neuen Vorstand in die Arbeiten und Thematik der BSV einführen soll.

 

Text und Fotos von Michel Dornbusch

 

 

 

 

 

Die BSV

Unsere PartnerInnen

Räumung stoppen ! Jetzt!

 

Die BSVMünster verurteilt die gerade stattfindende Räumung !

Es haben trotz Ansage der Stadt und Polizei keine Gespräche stattgefunden !

 

Nun wird durch diese Räumung des sozialen Zentrums der Leerstand wiederhergestellt . Dies ist keine zu akzeptierende Lösung.

 

Münster braucht Wohnräume!

Münster braucht Flüchtlingsunterkünfte!

Münster braucht soziale, selbst verwaltete Zentren!

 

 

 

 

 

 

 

Fotos von wn.de, Liveticker der Räumung

 

 

Solidaritätserklärung der BSV Münster mit den HausbesetzerInnen des alten Zollamts

 

vom 22.10.2015

 

Die BSV Münsters erklärt sich solidarisch mit den HausbesetzerInnen des alten Zollamtes in der Sonnenstraße.

 

In Anbetracht der Wohnungsknappheit in Münster und dem gestiegenen Bedarf an Unterbringungsmöglichkeiten für Geflüchtete ist die Leerstandspolitik der BImA, die nur der Gewinnmaximierung und Immobilienspekulation dient, abzulehnen. Zu viele leerstehende Gebäude in Münster gehören der BImA, einer staatlichen Institution, welche Besitz sinnvoll und nachhaltig nutzen und vergeben sollte.

Des weiteren fehlt es in Münster, vor allem aus SchülerInnen Sicht, an Jugendhäusern, selbstverwalteten Treffpunkte für SchülerInnen und Jugendliche und Kunst und Kultur Programmen, bei denen sich Jugendliche verwirklichen können.

Tagungsorte für die BSV Münster und andere Jugendvereine müssen durch Beziehungen einzelner Vorstandsmitglieder oder SchülerInnen organisiert werden, da die Stadt zwar versprochen hat, solche Räume zu stellen, aber bis heute nichts passiert ist.

Solche Räume, für Kunst, Kultur, Jugend, SchülerInnen und Vereine/ Organisationen, welche durch SchülerInnen organisiert werden bietet zum Beispiel ein SeZ (SelbstverwaltetesZentrum), wie es die HausbesetzerInnen in der Sonnenstraße verwirklichen und planen.

 

Raumnutzungen, wie die oben genannten sind in jedem Fall eine bessere Alternative, als Räume leer stehen zu lassen.

Deshalb ist ein Polizeieinsatz für eine Wiederherstellung des Leerstandes in keinem Fall angemessen!!!

 

Diese Resulution wurde am 21.10.2015 von der BezirksDelegiertenKonferenz beschlossen.

 

Bildung für Alle? Der Witz geht weiter.

 

vom 14.10.2015

 

 

 

“Bildung für alle? Der Witz geht weiter. – Gegen Selektion im deutschen Bildungssystem” – unter dieser Überschrift will die LSV NRW sich in den kommenden Monaten mit den verschiedenen Ungerechtigkeiten im deutschen Schulsystem beschäftigen und auf diese öffentlich aufmerksam zu machen. Neben der zentralen Informationskampagne wird es außerdem dezentrale Aktionen der einzelnen BezirksschülerInnenvertretungen geben. Auch die kommenden Landesdelegiertenkonferenzen werden sich intensiv mit dem Thema Selektion auseinandersetzen.

 

Zahlreiche Aspekte des Schulsystems weisen auf deutliche Selektionsmechanismen hin:

 

  1. Das vielgliedrige Schulsystem, in dem junge Menschen nach unterschiedlichen Merkmalen sortiert werden
  2. Der Umstand, dass die soziale Herkunft immer noch über die Zukunft junger Menschen entscheidet
  3. Menschen mit Behinderungen sind auch in Zeiten von Inklusion immer noch benachteiligt
  4. Kinder und Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte haben es immer noch deutlich schwerer im deutschen Schulsystem als ihre „deutschen“ MitschülerInnen
  5. Auch das Geschlecht ist nach wie vor ein deutliches Selektionsmerkmal

     

    Unser Bildungssystem ist immer noch stark selektiv, es benachteiligt ganze soziale Gruppen. Wir rufen dazu auf, diese sozialen Ungerechtigkeiten zu benennen und aktiv an deren Beseitigung zu arbeiten. Dies ist eine Frage der Gestaltung des Schulsystems, aber auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. So müssen sozialpolitische, aber auch ökonomische Bedingungen geschaffen werden, damit die im Grundgesetz und in der Verfassung von NRW geforderten Grundrechte und Gleichstellungsforderungen auch in der gesellschaftlichen Wirklichkeit und im Bildungssystem zu erkennen sind.

     

    Um die Kampagne und ihr Anliegen besser in die Öffentlichkeit tragen zu können, haben wir verschiedene Materialien aufgelegt, die bei uns kostenlos bestellt werden können:

     

 

Eine Kampagne der LSVNRW